Das Konzept

1. Rahmenbedingungen/Wer wir sind

Träger des Waldkindergartens ist der Verein Naturkinder Dertingen e.V. Die Eltern der Kindergartenkinder sind Mitglied im Verein und haben so die Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung der Einrichtung teilzunehmen. Die Kompetenzen und Ressourcen der Eltern sind eine Chance für die Vielfältigkeit und tragen zum Gelingen und Bestehen der Einrichtung bei.

 

„Zusammenkunft ist ein Anfang.

Zusammenhalt ist ein Fortschritt.

Zusammenarbeit ist der Erfolg.“

 

(Henry Ford)

 

Wir bieten Platz für 10 Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt. Auch Kinder mit erhöhtem Förderbedarf nehmen wir gerne auf, sofern es die Rahmenbedingungen im Wald erlauben.

Unser Waldkindergarten befindet sich in einem Mischwald und auf einer Obstbaumwiese am Kümmelberg in Dertingen.

Auf der Wiese steht uns ein beheizbarer Bauwagen zur Verfügung, falls die Witterung zu ungemütlich ist. Im Winter suchen wir bei Bedarf den beheizten Bauwagen auf, um einer Auskühlung vorzubeugen.

Bei Sturm oder extremer Kälte gibt es die Möglichkeit von Ausweichräumen im Haus.

Die Kinder können zwischen 8.30Uhr und 9.00Uhr gebracht werden. Nach dem Ankommen beginnen wir den Tag mit einem gemeinsamen Morgenkreis: mal bewegt, mal musikalisch, mal mit „einer Übung der Stille“. Wir begrüßen uns und den Tag in der Natur.

Bis 10.00Uhr können die Kinder an einem festen Platz frühstücken. Gemeinsam essen wir um 12.30Uhr. Gesunde Ernährung und umweltbewußtes Verhalten sind uns dabei wichtig.

 

Zwischen 13.00 und 14.00Uhr können die Kinder abgeholt werden. Mittwoch und Freitag schließen wir bereits um 13.00Uhr, die Abholzeit beginnt hier bereits um 12.00Uhr.Während der einstündigen Abholzeit sind die Eltern herzlich eingeladen zu verweilen und ihre Kinder aktiv in der Natur zu erleben.

Beim gemütlichen Vorlesen von Büchern oder dem freigewählten Spiel klingt der Vormittag im Wald aus.

Während des Tages haben die Kinder die Möglichkeit zum Freispiel und zu verschiedenen Aktivitäten in der Gesamtgruppe.

Natürlich machen wir auch Ausflüge in die weitläufige Natur (an den Bach, in die Weinberge etc.) oder z.B. in die Bücherei. Ein Fahrradhänger (umgebaut zum Schieben, im Winter mit Fellen und Schlafsäcken ausgestattet) ermöglicht den Kleinsten Ruhephasen bei diesen Ausflügen und wenn wir uns nicht in unmittelbarer Nähe zum Bauwagen befinden. Im Wald und auf der Wiese können die Kinder in der Hängematte ausruhen.

 

 

2. Körperbewußtsein/Motorische Entwicklung

 

Der Wald und überhaupt der Aufenthalt in der Natur bietet vielfältige Bewegungsanlässe:

Wege zurücklegen, Höhenunterschiede wahrnehmen, Sitzen, Liegen, Kriechen, Springen, Hüpfen, Klettern – die Kinder sind immer in Bewegung und haben Freude daran. Sie lernen ihren Körper, ihre Empfindungen, ihre Stärken und Grenzen kennen. Sie schulen ihr Gleichgewicht und ihre Koordination. Alles Lebendige ist in Bewegung. Auch Kinder wollen sich bewegen.

Die Weite unseres Geländes und die Vielfalt an Bewegungsmöglichkeiten in der Natur fördert den psychomotorischen Bereich ganz besonders.

Umgefallene Baumstämme laden zum balancieren ein, Bäume zum Klettern, Hänge zum Rutschen. Der vielfältige Bewegungswechsel fördert die Geschicklichkeit und das Körperbewusstsein.

Der „bewegte“ Alltag in der Natur fördert die Grobmotorik, die sich positiv auf die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes auswirkt.

An unserer Werkbank können die Kinder mit Werkzeug und vielfältigem Material ihre feinmotorischen Fähigkeiten üben und stärken. Auch Schere, Papier und Stifte stehen ihnen jeder Zeit zur Verfügung.

 

Viel Feingefühl brauchen die Kinder beim behutsamen Umgang mit Tieren und Pflanzen. Sie üben beispielsweise ihre Feinmotorik beim Hochnehmen eines Regenwurms oder beim Pflücken eines Gänseblümchens.

Die erholsame Umgebung des Waldes stärkt die körperlich-seelische Gesundheit.

 

3. Selbstvertrauen

 

Wenn wir den Kindern zutrauen, dass sie sich an die geltenden wichtigen Regeln im Wald halten, wenn wir ihnen zutrauen, dass sie auf den Baum klettern und auch wieder heil herunter kommen, wenn wir ihnen zutrauen, umsichtig mit einem Schnitzmesser umzugehen, dann können sie lernen, was sie sich selbst zutrauen können. Wenn sie wissen, was sie sich selbst zutrauen können, sind sie sicher in ihren Entscheidungen und können sich selbst vertrauen.

Das Spiel in freier Natur lässt die Kinder selbst ihre Grenzen und Entwicklungsfortschritte deutlicher erfahren. Sie treffen Entscheidungen wie sie ihren Tag gestalten wollen.

 

Sie haben die Wahl!

 

Die Kinder sind stolz auf sich, wenn sie eine selbstgewählte Aufgabe geschafft haben. Unerwartete herausfordernde Situationen fördern Flexibilität und Mut.

Manchmal kann man auch an einer Aufgabe scheitern. So lernen sie ihre eigenen Möglichkeiten einzuschätzen und Situationen umsichtig zu bewältigen oder vielleicht zu meiden. Dabei erfahren sie ihre Grenzen und können diese Schritt für Schritt erweitern. Unmittelbares Erleben, eigene Erfahrungen mit allen Sinnen anstelle von "Projektionen aus zweiter Hand" geben Selbstwertgefühl und insbesondere emotionale Stabilität.

Auch die Zunahme an körperliche Kraft und Ausdauer gibt ihnen Sicherheit und Selbstvertrauen.

 

4. Sozialverhalten/Verantwortung

 

Das Zusammensein im Waldkindergarten erfordert Regeln und Strukturen im Alltag. Diese sind sowohl für die Kinder, als auch für die Erzieher/innen und Besucher wichtig, damit der Umgang mit und in der Natur nicht zu gefährlichen Situationen führt und die Natur selbst nicht gefährdet wird. Innerhalb dieser Grenzen können die Kinder frei wählen was und mit wem sie spielen. Das Einfügen in die Gruppe gelingt mit Rücksichtnahme und Toleranz. Dies sowie Geduld und Teilen können besonders im Morgenkreis, an der Werkbank oder anderen gemeinsamen Aktivitäten erfahren und geübt werden. (noch ergänzen)

 

In der kleinen Gruppe und bei gemeinsamen Aktivitäten erleben die Kinder, wie eine Gemeinschaft funktioniert. Gerade im Wald, der anders als ein Raum, scheinbar grenzenlos ist und unendlich weit erscheint, ist die Gemeinschaft einer Gruppe sehr wichtig. Sie vermittelt Geborgenheit und Sicherheit, die die Kinder brauchen. Aktivitäten in der Gesamtgruppe sind sehr wichtig für das Gruppengefühl der Kinder, sie schaffen Gemeinschaft und Verbundenheit. Das kann stattfinden bei Kreis- und Bewegungsspielen, Feste feiern, spontanem Zusammenfinden bei Besonderheiten, Bau eines Waldsofas, etc.

 

Die Kinder lernen in der Altersmischung sehr voneinander. Die „Großen“ helfen den „Kleinen“ beim Überqueren eines Grabens; ein großer Stamm kann nur gemeinsam getragen werden.

 

5. Eigen- und Mitverantwortung/ Partizipation (in Bearbeitung)

 

6. (Frei)Spiel und Kreativität

 

„Spiel ist nicht Spielerei, es hat hohen Ernst und tiefe Bedeutung.“ (Fröbel)

 

Spielen ist eine Grundvoraussetzung für das Lernen. Jedes Kind kommt mit diesem natürlichen Bedürfnis auf die Welt. Durch seine Neugierde lernt es in jedem Augenblick und entwickelt sich.

Das freie Spiel ist sehr wichtig für die Befriedigung der emotionalen und kognitiven Bedürfnisse. Die Kinder können mit Kindern aller Altersstufen spielen, sie lernen voneinander und miteinander. Sie können alleine oder zu mehreren spielen, ganz so, wie sie es für den Moment für sich entschieden haben. Es kann und darf Phasen der Langeweile geben, die die Kinder lernen auszuhalten. Daraus entwickeln sich neue eigene Spielideen. Ein schönes, ein starkes Gefühl kann entstehen.

Die Nähe zu Pflanzen und Tieren fördert die emotionale Bindungsfähigkeit, und die Entwicklung von Empathie, Fantasie und Kreativität. Wir haben kein vorgefertigtes Spielzeug, sondern nutzen Naturmaterialien d.h. lebendiges Material, das vergänglich und veränderbar ist. Fantasie und Kreativität können auf natürliche Art und Weise gelebt und frei entfaltet werden: Es fehlt ihrem Spiel nie eine Bohrmaschine, ein Besen, Geschirr, Friseur oder Arztutensilien. Das, was die Kinder beschäftigt oder woran sie Freude haben, wird ohne vorgefertigte Mittel im Spiel verarbeitet. Der Wald als Spielplatz ist so immer aktuell, er lenkt die Kinder nicht vom eigenen inneren Erleben ab, sondern fördert die Auseinandersetzung mit dem Erlebten.

Puppen, die die Kinder benötigen, bestehen aus Ästen, Rinde, Blättern usw. Die Gesichter entsprechen so immer der Gefühlslage und der Situation der Kinder - sie sind nicht ewig lächelnd oder schlafend. Ein gefällter Baum mit ausladenden Ästen dient den Kindern als Wippe oder als Piratenschiff. Eine große Baumwurzel kann ebenso eine gemütliche Wohnung sein. Der Stock wird heute zur Angel und morgen zum Zauberstab, Tannenzapfen stellen Figuren dar, wir bauen gemeinsam ein Iglu, aus Herbstblättern basteln wir eine Kette etc. Der Wald bietet den Kindern unbegrenzte und oft auch ungeahnte Spielmöglichkeiten. Die Kinder sind ständig auf Entdeckungsreise und nehmen die täglichen Veränderungen wahr. Durch die leicht zu bearbeitenden Naturmaterialien entwickeln sie ein gesundes Gefühl für ihre eigenen Fertigkeiten.

 

Auch der Alltag im Wald fordert oft kreative Ideen zur Bewältigung von Schwierigkeiten: Wie kann man auf einer unebenen Fläche sitzen und seine Brotdose aufstellen, ohne dass sie umfällt? Welche Hilfsmittel hält die Natur bereit?

 

Außerdem haben wir Lupen, um Tiere und Pflanzen differenziert zu betrachten. Unter Aufsicht stellen wir Werkzeug zur Holzbearbeitung zur Verfügung. Im Bauwagen gibt es Stifte, Papier, Kleister, Scheren und Bücher (Bilderbücher, Vorlesebücher, Bestimmungsbücher).

 

7. Sprachentwicklung

 

Je weniger fertige Spielsachen vorhanden sind, desto mehr sprechen die Kinder miteinander. Die Spiele der Kinder sind häufig Rollenspiele, in denen sie sich austauschen und einigen müssen. Sie entwickeln immer neue Ideen beim Spiel, die in die Tat umgesetzt werden. Das Sprechen ist hier das wichtigste Spielelement. Da die Kinder durch Sprechen auch Erfolge miteinander erzielen, entwickeln sie eine regelrecht Lust an der Sprache. Das äußert sich oft in wilden Sprachspielen und Wortschöpfungen.

Rituale schaffen Sprachanlässe. Das gemeinsame Singen, auch in verschiedenen Sprachen, unterstutzt die Lautbildung und -erkennung.

Der Aufenthalt in der Natur bietet vielfältige Spracherlebnisse. Allein die Vielfalt der verschiedenen Tiere und Pflanzen weckt den Forschergeist. Wir suchen in unseren Bestimmungsbüchern nach dem Gefundenen, lernen Fachausdrücke und Besonderheiten und werden so zu Spezialisten. Durch Beobachtungen am Vogelfutterhaus lernen wir Kohlmeise, Blaumeise, Sumpfmeise zu unterscheiden und können sie von jetzt an auch benennen.

 

Sprachfähigkeit wird durch Bewegung gefördert. (in Arbeit)

 

8. Kognitive Entwicklung

 

Unsere pädagogische Arbeit unterstutz und fördert die körperliche und seelische Stabilität jedes einzelnen. Durch die wertschätzende Haltung der Erwachsenen gegenüber dem Kind steigt dessen Motivation und das Lernen wird leichter.

Sie werden darin durch vielfältige Informationsangebote aus verschiedenen Wissensgebieten gefördert.

 

Kinder sind Entdecker, Erfinder, Künstler, Forscher und Philosophen. Das Leben in und mit der Natur fordert sie geradezu dazu heraus. Aktiv-entdeckendes Lernen ist die Basis für mathematische Lernneugierde. Bewegung in die Höhe, in die Weite, mit unterschiedlicher Geschwindigkeit unterstützt die Raumwahrnehmung. Beim Sammeln von Waldschätzen werden Menge, Größe, Gewicht greifbar und somit begreifbar.

Wir greifen die Ideen der Kinder auf und stärken so ihre natürliche Neugierde. Gerne nutzen wir dazu vielfältige naturwissenschaftliche Experimente durch die die Kinder einfache physikalische Gesetze erfassen können.

Die Bewegungsmöglichkeit beim Forschen und Entdecken im Naturraum begünstigt das Denkvermögen.

 

9. Sinneswahrnehmung

 

Wir wollen dazu beitragen, dass Kinder sich in der Natur bewegen, forschen und die Welt mit allen Sinnen entdecken und erleben. In der Natur wird die Sinneswahrnehmung durch ihre unerschöpflichen Eindrücke geschult. Gleichzeitig fehlt die uns sonst oft umgebende Reizüberflutung. Das fördert die Wahrnehmungsfähigkeit und Intelligenz. Die Anregungen in der Natur haben im Gegensatz zu künstlich arrangierten Erfahrungen eine besondere Qualität. Das Kind hört oder sieht nicht nur etwas, es spürt und erlebt unmittelbar, was eine Herausforderung zu selbständigem Handeln und Aktivität sein kann.

 

Sehen: In der Natur gibt es viel zu entdecken. Manchmal ist es ganz offensichtlich, manchmal muß man ganz genau hinschauen und manchmal braucht man viel Geduld und Ruhe. Die Vielfalt an Formen und Farben ist schier unerschöpflich und verändert sich im Lauf der Jahreszeiten.

 

Hören:  Auch akkustisch hat die Natur einiges zu bieten. Stille, Vogelstimmen, prasselnder Regen, der Wind in den Bäumen, das Knirschen von Schnee lassen die Kinder horchen und lauschen.

 

Riechen: Wir riechen den moosigen Waldboden, die Blumen auf der Wiese, das Harz der Bäume. Die Luft im Frühling riecht ganz anders als im Sommer. Gerüche sind stark mit Gefühlen und Erlebnissen verbunden.

 

Fühlen: unterschiedliche Baumrinden, Blätter, Zapfen, Moose, Steine, Erde... Hartes und Weiches, Glattes und Raues, Trockenes und Nasses regen die Wahrnehmung an.

 

Gleichgewicht: Der unebene und verschiedenartige Boden stellt hohe Anforderungen an den Gleichgewichtssinn der Kinder. Dieser wird auch unterstützt durch Klettern, Springen, Balancieren.

 

Orientierung: Die Kinder lernen sich zu orientieren und finden sich nach einer Weile in ihrer Umgebung mit deren örtlichen Besonderheiten gut zurecht. Sie wissen, wo die „Waldgrenze“ unseres Kindergartens verläuft und erkennen sie aus allen Richtungen wieder. Sie finden bestimmte Orte und Plätze in einem weitläufigen Gelände ohne vorgegebene Wege.

 

10. Ökologisches Bewusstsein/Wertschätzung für die Natur

 

Durch das Leben und Beobachten in der Natur erhalten die Kinder ein sehr umfangreiches Wissen. Sie lernen, wie sich die Knospe eines Kirschbaumes zur Blüte und Frucht entwickelt. Sie lernen den Lebensraum und das Aussehen der Waldtiere und Insekten kennen. Pflanzen werden benannt, bestaunt und verarbeitet, z.B. die Brennnessel, die brennt, aus der man aber auch Tee oder Farbe machen kann. Was weitläufig als Unkraut bezeichnet wird, lernen die Kinder als notwendige Bestandteil in unserem Ökosystem kennen.

Die Kinder lernen die Veränderungen durch die Jahreszeiten im Wald, an den Tieren, Bäumen und Pflanzen kennen. Sie erleben sich als Teil des Ganzen in der Natur.

Auch werden die Kinder mit Baumkrankheiten, mit dem Aussterben bedrohter Tiere und Pflanzen und mit herumliegendem Müll im Wald konfrontiert. Durch das unmittelbare Erleben und das Auseinandersetzen mit den Ereignissen erwächst ein ökologisches Bewusstsein, das wir in der heutigen Zeit dringend brauchen.

Demnach ist es uns ein großes Anliegen keinen Müll in den Wald einzutragen.

 

Wir empfehlen umweltfreundliche wiederverwendbare Verpackungen, regionale und saisonale Lebensmittel, fair und nachhaltig produzierte Kleidung, die eventuell weiter gegeben werden kann. Unter diesen Gesichtspunkten gestalten wir unseren Waldalltag.

 

"Letztendlich werden wir nur erhalten, was wir lieben, wir lieben aber nur, was wir kennen, wir kennen aber nur, was wir selbst erlebt haben."(Baba Dijoum)

 

11. Sinn/Werte/Religion

 

Die Kinder begegnen der Welt offen. In der Vielfalt der Sinneseindrücke brauchen sie Werte, um die Welt zu strukturieren, um Orientierung für ihr eigenes Tun zu erlangen. Unterstützend wirken dabei das Selbstbestimmungsrecht, Freiheit und Grenzen, Wertorientierung der Erzieher als Vorbild.

 

Die Kinder sollen sich ihrer eigenen Identität bewusst werden und lernen, die Welt sozial und ökologisch mitzugestalten. Oft kommen die Kinder bei Entdeckungen in der Natur ins Philosophieren über das Leben und versuchen Geschehnissen oder Begebenheiten auf den Grund zu gehen, die sie nicht begreifen können. Darin möchten wir sie unterstützen.

 

Rituale im Kindergartenalltag schaffen Orientierung, fördern sinnliche Erfahrungen. Der immer wieder kehrende Jahreszeitenkreislauf bringt Rhythmus und Struktur. Im Waldkindergarten leben wir in und mit der Natur und passen unsere Aktivitäten und unser Spiel an.

 

Auch das Thema Leben und Tod gehört in den Erfahrungsbereich der Natur. Über die wechselnden Jahreszeiten, tote Insekten oder andere Tiere finden die Kinder auf natürliche Weise Zugang zu diesem nicht immer einfachen Thema.

 

12. Schulreife

 

Die Vorbereitung auf die Schule beginnt mit dem ersten Kindergartentag (Vorschule = vor der Schule). Jedes Kind wird von Anfang an in seiner individuellen Entwicklung gestärkt und gefördert.

Der Waldkindergarten bietet günstige Voraussetzungen zum Erwerb von Basis-Kompetenzen, die die Schulfähigkeit positiv beeinflussen. Grob- und Feinmotorik, Kognition, Sozialverhalten, Kreativität, Sprache, Selbstvertrauen und Selbstbewußtsein werden pädagogisch gefördert. Die Kinder können sich zu emotional ausgeglichenen eigenverantwortlichen, liebevollen und gemeinschaftsfähigen Wesen entwickeln.

 

In der altershomogenen Gruppenarbeit gibt es die Möglichkeit besondere Dinge zu erleben, zu lernen und zu gestalten. Die Gruppenarbeit findet einmal wöchentlich an einem festgelegten Tag statt. Die Projekte richten sich nach den Interessen der Kinder, der Natur und den Jahreszeiten und können von den Kindern dokumentiert werden.

Kooperation mit den Schulen, in die die Kinder gehen werden, finden nach Absprache statt.

 

13. Eltern und Team

 

Uns ist es wichtig gemeinsam mit den Eltern für die Kinder da zu sein. Ein zweites Zuhause sein zu können. Dafür braucht es eine vertrauensvolle Basis, die wir schaffen wollen, indem wir die Eltern immer wieder in den Alltag im Wald miteinbeziehen möchten: in den Bring- und Abholzeiten können die Eltern die Natur mit ihrem Kind hautnah erleben, regelmäßiger Austausch bei Elterngesprächen und Elternabenden, Hospitationen, Mitarbeit im Wald – z.B. bei Projekten, Arbeitseinsätzen, Öffentlichkeitsarbeit usw.

Wir möchten ein Klima schaffen, in dem sich die Eltern mit ihren Kindern angenommen fühlen.

Uns ist die Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern wichtig. Wir möchten durch Hospitationen und Elternangebote Anregungen für den Familienalltag zu Hause geben.

In unserem Waldkindergarten arbeiten zwei pädagogische Fachkräfte.

 

Es finden wöchentliche Teambesprechungen statt, in denen Projekte, Wochenplanung, Elterngespräche etc. vorbereitet werden und Beobachtungen über die Kinder ausgetauscht und reflektiert werden. Durch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und die Freude am gemeinsamen Erleben und Begleiten der Kinder, können wir den Kindern Geborgenheit geben und sie im Alltag und für ihr Leben stärken.

 

Die ErzieherInnen haben eine sehr wichtige Rolle bei der Unterstützung des kindlichen Spielens und Lernens. Sie bringen sich als Person und Individuum in die Arbeit ein und sollten sich ihres Vorbildcharakters für die Kinder bewusst sein. Dadurch, dass der Erwachsene sich auf die Ebene der Kinder einlässt, kann er gemeinsam mit den Kindern erspüren, welche Interessen und Bedürfnisse in der jeweiligen Situation von Bedeutung sind. Inmitten der verteilt spielenden Kinder kann der Erwachsene als handelnde Person die Kinder zu einem Spiel, zu einer Entdeckung, einem Experiment anregen, sich auf Wunsch der Kinder in Spielhandlungen einbringen, evtl. Gestaltungsmöglichkeiten aufzeigen, oder auch eine beobachtende Position einnehmen. In Konfliktsituationen, die die Kinder nicht alleine bewältigen können, vermittelt der/die ErzieherIn und bietet den Kindern ggf. hilfreiche Lösungsvorschläge an. ErzieherInnen sind also in gemeinsamen Erlebnissen mit den Kindern immer gleichzeitig Akteure, Betroffene und Beteiligte. D.h. der Erwachsene ist weder nur das liebevolle Vorbild, noch der Allwissende, noch der „Programm-Macher“, sondern er bringt sich als Mensch mit all seinen Stärken und Schwächen in die professionelle pädagogische Arbeit ein. So findet ein gegenseitiges Geben und Nehmen statt – Lernen bedeutet, Prozesse miteinander zu erleben und Verständnis füreinander zu entwickeln. Im Sinne einer so verstandenen Pädagogik hat der Erwachsene die Aufgabe, Kinder dabei zu unterstützen, ein ihrem Entwicklungsstand entsprechendes, seelisches, körperliches und soziales Gleichgewicht zu erreichen.

 

ErzieherInnen, die sich als Persönlichkeit in den Erziehungsprozess einbringen, müssen auch untereinander offen sein für eine Vielzahl von Prozessen des menschlichen Miteinanders. Wenn sie das Ziel, Kinder dabei zu begleiten, eine stabile Persönlichkeit zu entwickeln, ernst nehmen, müssen auch Erwachsene während des Zusammenseins mit den Kindern spontan handeln können, offen sein für neue Erfahrungen und sich gegenseitig unterstützen.

 

Deshalb müssen sich die ErzieherInnen in den wöchentlichen Teamsitzungen nicht nur über die Entwicklung der einzelnen Kinder austauschen, Wochenpläne erstellen, Elterngespräche und Elternabende vorbereiten, sondern auch hinderliche Hierarchien hinterfragen, arbeitsorganisatorische Prozesse durchdenken und im Interesse der Kinder eventuell verändern, eigene Kompetenzen leben und nach außen tragen, Konflikte ansprechen und konstruktiv lösen.

 

PraktikantInnen werden in ihrer besonderen Ausbildungsrolle geachtet. Der/die LeiterIn ist für sie zuständig und verantwortlich für den erfolgreichen Ablauf des Praktikums. Das beinhaltet u.a. die Erstellung eines Ausbildungsplanes und regelmäßige PraktikantInnengespräche. Eine weitere, besonders wichtige Rolle, in der Auseinandersetzung mit der eigenen pädagogischen Arbeit, spielt die Supervision. Hier können sowohl inhaltliche, als auch beziehungsorientierte Fragen diskutiert werden, Fehler in der Kommunikation aufgedeckt und Lösungen für anstehende Problembereiche gemeinsam gefunden und festgelegt werden. Fort- und Weiterbildungen haben das Ziel die Handlungskompetenz der MitarbeiterInnen zu verbessern und sind somit fester Bestandteil der pädagogischen Arbeit.

 

14. Kooperation mit anderen

 

Es ist erwünscht und bereichernd, dass Eltern ihre Fähigkeiten einbringen. Dazu gehören z.B. Fremdsprachen, Musik, Wildniswissen, usw.

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Waldkindergarten "Naturkinder Dertingen"

Naturkinder Dertingen e.V.

Mühlbachstraße 7

97877 Dertingen